AktienFeatured

Luxusbranche wieder im Aufwind

Luxusbranche wieder im Aufwind: Richemont übertrifft Erwartungen und setzt Impulse

Die Luxusgüterbranche zeigt sich im vierten Quartal 2024/25 in bester Verfassung, mit beeindruckenden Umsatzsteigerungen und einem starken Comeback des Marktes. Besonders hervorzuheben ist der Schweizer Luxuskonzern Richemont, dessen aktuelle Quartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertroffen haben. Der Umsatz im dritten Quartal (per Ende Dezember) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf beeindruckende 6,15 Milliarden Euro, was die Analystenprognosen von nur 5,59 Milliarden Euro weit hinter sich liess. Die Reaktion an den Märkten war deutlich: Richemonts Aktien kletterten um satte 15 Prozent und erreichten ein Allzeithoch von fast 161 Franken.

Positiver Überraschungseffekt und Marktdynamik

Richemont verzeichnete das umsatzstärkste Quartal aller Zeiten, was nicht nur die eigenen Erwartungen übertraf, sondern auch die der Analysten. Das Unternehmen profitierte von einem kräftigen Wachstum in Nord- und Südamerika (+22 Prozent) sowie Europa (+19 Prozent) und konnte auch in der Region Asien-Pazifik die Rückgänge verlangsamen. Während in China und Hongkong ein Rückgang von 18 Prozent zu verzeichnen war, stiegen die Umsätze in anderen asiatischen Märkten, insbesondere in Südkorea, deutlich.

Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und von Vontobel äusserten sich positiv über die Zahlen. Sie heben hervor, dass Richemont trotz der Herausforderungen in China und dem Uhrensegment stärker als je zuvor zu sein scheint. Besonders beeindruckend ist das starke Wachstum im Einzelhandel (+11 Prozent), auf den mittlerweile 71 Prozent des Umsatzes entfallen, was auf die konsequenten Investitionen der letzten Jahre zurückzuführen ist.

Die Rolle von Schmuck und Uhren im Portfolio

Besonders hervorzuheben ist der Bereich Schmuck, in dem die Luxusmarke Cartier weiterhin glänzt. Der Umsatz im Schmucksegment stieg um 14 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, was einen wichtigen Wachstumsbeitrag darstellt. Auch die weiteren Schmuckmarken der Gruppe – darunter Van Cleef & Arpels und Buccellati – profitierten von erfolgreichen Neuheiten, die vor allem während der Festtage stark nachgefragt wurden.

Im Gegensatz dazu hatte das Uhrensegment, das mit bekannten Marken wie IWC und Jaeger-LeCoultre aufwartet, mit Rückgängen zu kämpfen. Die Umsätze in diesem Bereich sanken um 8 Prozent auf 867 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist jedoch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024, in dem die Uhrenverkäufe noch einen dramatischen Rückgang von 17 Prozent erlebten.

Alle Vertriebskanäle im Wachstum

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist die positive Entwicklung aller Vertriebskanäle. Der Einzelhandel erzielte ein starkes Plus von 11 Prozent und trägt nun über 70 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Auch der Online-Einzelhandel konnte sich mit einem Anstieg von 18 Prozent gut entwickeln, obwohl er mit rund 7 Prozent noch einen geringeren Anteil an den gesamten Verkäufen ausmacht.

Richemont hat damit eindrucksvoll gezeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, sowohl traditionelle als auch digitale Vertriebskanäle erfolgreich zu bedienen und sich in einem zunehmend dynamischen Marktumfeld zu behaupten.

Rückgang im Bereich Online-Handel und YNAP-Verkauf

Im Bereich YNAP, der Online-Plattform für Luxusmode, zeigte sich ein gegensätzliches Bild. Hier verzeichnete Richemont im dritten Quartal einen Rückgang von 14 Prozent, was auf die jüngsten Umstrukturierungen und den geplanten Verkauf der Plattform an Mytheresa zurückzuführen ist. Der Verkauf wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2025 abgeschlossen, wobei Richemont weiterhin 33 Prozent an der Käuferin halten wird.

Ausblick und Marktstimmung

Die beeindruckenden Zahlen von Richemont geben auch anderen Unternehmen der Luxusgüterbranche einen Auftrieb. So legten die Aktien von Swatch (+7,7 Prozent) sowie von LVMH und Kering jeweils um mehr als 7 Prozent zu. Auch in Deutschland zeigte sich der positive Trend: Die Aktien von Hugo Boss stiegen um 2,6 Prozent, unterstützt durch die robuste Marktnachfrage nach Luxusmode und die guten Ergebnisse des Onlinehändlers Zalando.

Die positive Marktentwicklung zeigt, dass der Luxusgütermarkt nach den Herausforderungen der letzten Jahre wieder im Aufwind ist. Der anhaltende Wohlstand in wichtigen Märkten wie Nordamerika und Europa sowie die schnelle Anpassung an die veränderten Einkaufsgewohnheiten im digitalen Zeitalter haben es den Unternehmen ermöglicht, ein starkes Wachstum zu erzielen.

Fazit

Richemont hat im dritten Quartal 2024/25 einen klaren Wachstumsimpuls gesetzt und den Markt mit beeindruckenden Zahlen überrascht. Die Steigerung des Umsatzes um 10 Prozent, das starke Wachstum im Einzelhandel und die kontinuierlichen Investitionen in neue Produkte und Vertriebskanäle zeigen, dass das Unternehmen gut positioniert ist, um von der positiven Marktentwicklung zu profitieren. Auch die breitere Luxusgüterbranche zieht von diesem Aufschwung Nutzen, was auf eine stabile und langfristige Erholung des Sektors hindeutet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert